|
Die Eventhalle soll beben. Rock live, Rock auf die Ohren. Wer sich die Injektionen dieser Epoche nochmal geben lassen will, „Born To Be Wild“ wieder mal rausschreien möchte, kann das am 8. Oktober tun und sich von den Notärzten die Infusionen aus Woodstock, aus feinstem amerikanischen und britischen Rock durch die Gehörgänge ins Gefühlszentrum legen lassen.
Eines vorweg: „Die Notärzte“ sind keine, sie heißen nur so. Das, was sie produzieren, verschreibt kein Doktor, ist aber beste Medizin: Musik. Handgemachte satte Rockmusik, die unter die Haut geht. Sie ist auch gut fürs Herz, weil man sich zu den Knallern von Deep Purple, Stones, Jimi Hendrix oder Santana unwillkürlich so bewegt, wie es eben vor rund 40 Jahren usus war.
Wo „Die Notärzte“ operieren, stehen Led Zeppelin, Grand Funk Railroad, Janis Joplin und andere Knaller des frühen Rock & Pop auf der Bühne.
Bei „Whole Lotta Love“ von Led Zeppelin, zu „Hey Joe“ von Jimi Hendrix oder „I Feel Good“ von James Brown vergisst Beate Jakumeit schon mal die Welt um sich herum, geht ganz im Rock, Blues und Soul auf. Wenn sie den Hit Mercedes Benz von Janis Joplin a capella singt, spricht Beate manchem aus dem Herzen.
Die Frontfrau fordert sich vor allem und immer wieder mit „Going Home“ (Ten Years After), „Radar Love“ (Golden Earring) und „Gimme Shelter“ von Grand Funk Railroad selbst heraus. Gitarrist Michael Beutelspacher groovt einzigartig. Greift er in die Saiten, „dann klingen Hendrix wie Hendrix und Clapton wie Clapton“. “Klaviator” Udo Sailer steuert das Schiff durch die rauhe Brandung. Mit Dave King am Bass und Ringo Hirth an den Drums ist diese Musik an Authentizität nicht mehr zu überbieten.
Die Notärzte halten auch elegisch anmutende Balladen bereit. Beispielsweise „Wonderful tonight“ (Eric Clapton) und „Purple Rain“ (Prince). Bei „Some Times We Cry“ von Van Morrison wird jedem im Saal die Gänsehaut runterprickeln. Man darf auf alle Fälle auf den Schrei von Beate Jakumeit am Ende von James Browns „I Feel Good“ gespannt sein.
|